Geschichte


Geschichte – die Entstehung der tschechischen katholischen
Mission in München

Nach dem  2. Weltkrieg kam in der Tschechoslowakei die Kommunistische
Partei an die Macht, die nach den Protektorat-Jahren unter dem NS-Regime
eine neue grausame Diktatur etablierte. Ihre Macht stärkte sie durch
Beschlagnahme vom Privateigentum, unzählige harten Verhöre, inszenierte
Monsterprozesse, langjährige Freiheitsstrafen, Errichtung von Arbeitslagern
und drastisches Töten der „Feinde des Sozialismus“.

In den 50-er Jahren kam es daher zu einer Emigrationswelle vieler Tschechen
nach Deutschland, die dort Asyl und eine neue Zukunft suchten. Manche
blieben und fanden eine Arbeit für sich, andere gingen weiter in andere
Länder.

Die bayerische Metropole München wurde zum Sitz des Radio
Free Europe.
Das Radio versuchte, den Menschen in der
Tschechoslowakei zumindest per Rundfunk zu helfen, später wurde
auch in andere Länder hinter dem „Eisernen Vorhang“ gesendet. In den
Sendungen wurde über überprüften Neuigkeiten aus dem Land und
der Welt berichtet und diese auch kommentiert. Ein eigener Teil bildeten
die Kultur- und Sportredaktion, auch die religiöse Sendung fehlte nicht.


             

Die Erste Sendung fand am 1. Mai 1951 im Hotel „Bayerischer Hof“
statt.
Am Sonntag, den 6. Mai 1951, wurde zum ersten Mal aus der Kirche
St. Stephan der tschechische Gottesdienst gesendet. Es zelebrierte und
predigte
ThDr. Alexander Heidler, von seinen Freunden als „Vater
Křišťan“
genannt. 

Für die tschechischen Landsleute wurde seit 1956 unregelmäßig auch
die Zeitschrift Hlas sv. Cyrila a Metoda (Stimme der hl. Cyrill und
Methodius) herausgegeben.

         
        Weihnachten 1967           Herbst 1973             Sommer 1980

Das Radio Free Europe zog die tschechischen Emigranten nach München.
Im Zuge dessen wurden andere Veranstaltungen organisiert, wie
gemeinsamer Heiliger Abend, genannt „Abend der einsamen Herzen“.
Im Jahre 1958 wurde für die Kinder der erste Ferienlager organisiert.

Im Jahre 1960 kam aus Afrika P. Karel Fořt nach München. Er wurde
zum Helfer und Mitarbeiter von PhDr. Heidler und übernahm nach ihm schrittweise die entstehende Tschechischsprachige katholische Seelsorge.
Er besuchte die Landsleute, suchte nach tschechischen Priestern und
gab der Seelsorge eine festere Struktur.

Im Jahre 1965 besuchte die Landsleute in München Kardinal Dr. Josef
Beran
aus Rom. P. Karel Fořt wurde offiziell zum Delegat der
Tschechischen Seelsorge in Deutschland ernannt.

Im August 1968 besetzten die Truppen des Warschauer Paktes
die Tschechoslowakei. Die Reaktion darauf war erneut eine riesige
Emigrantenwelle, von denen fast alle durch die Lager in Zirndorf,
Ludwigsburg oder andere passieren mussten. Genau an diesen Orten
wirkten die tschechischen katholischen Priester und halfen den Menschen
mit Wort und Tat, zelebrierten die hl. Messen und suchten gleichzeitig
nach materieller Hilfe, Kontakten oder Finanzmitteln (P. Pavel Kučera).

Die Seelsorge in München bekam für ihre Bedürfnisse die Villa in der Maria Theresiastr. 6. zur Verfügung. Dort wurde der Klub "Šumava“ („Böhmerwald“) gegründet.
         

   Die Villa in der Maria Theresiastr. 6          Fürst Schwarzenberg

1969 bekam P. Karel Fořt für die tschechischen Gemeinden in den größten
Städten Deutschlands Statut einer Nationalpfarrei für Tschechen (München,
Stuttgart, Frankfurt, Freiburg, Köln, Hamburg).


1970 wurde die Seelsorge in München in das Erzbischöfliche Ordinariat
München-Freising eingegliedert.
Sie bekam Büros in der Klenzestr. 66.,
der Hauskeller wurde zu einem kleinen Gemeinschaftssaal umgebaut.
Dort fanden fortan verschiedene Veranstaltungen wie Feier, Kinderunterricht
u. a. Programme statt. Die Garage verwandelten die Pfadfinder in ihren
Klubraum.


1970 fand die erste Wallfahrt zum Hl. Methodius nach Ellwangen statt.


         
                                   Wallfahrt nach Ellwangen

1973 wurde  P. Karel Fořt vom Papst Paul VI. zum Monsignore (Mons.)
ernannt.

Der Salesianer P. Jiří Kopic begann mit der Jugendarbeit in München
(Salesianum).

1976 wurde das St. Wolfgangswerk als soziale Hilfe für die Emigranten
gegründet.

1978 nahmen die Tschechen in Trachten zum ersten Mal als Gemeinschaft
an der Fronleichnahmprozession teil.


              
                           Fronleichnahmprozession

Im Jahre 1980 starb plötzlich Mons. PhDr. Alexander Heidler.
Er wurde auf dem Waldfriedhof in München beigesetzt.
Mons.
Karel Fořt
übernahm nach ihm die Arbeit als Redakteur der
religiösen
Sendungen vom Radio Free Europe. Im Radio trat
er unter dem Namen „Otec Karel“ („Vater Karel“)
auf.


1981 zelebrierte anlässlich des 30. Jubiläums der tschechischen
Seelsorge
der Münchner Erzbischof Joseph Kardinal Ratzinger
zusammen mitunseren Priestern einen Festgottesdienst in der Kirche
St. Stephan.
Nach dem Gottesdienst wurden neue Räume der
tschechischen Seelsorge – der Gemeindesaal Velehrad in
der Kreuzstr. 16.
eingeweiht und übergeben. (Dort trafen sich
die Tschechen regelmäßig bis 2009.)


                  
    P. Fořt, kardinal Ratzinger          Die Eröffnung des Gemeindesaales

1986 wurde Dipl. Ing. Jan Kaplan zum ständigen Diakon für die
Tschechen geweiht. Er half bei den Gottesdiensten, organisierte geistige
Kreise in den Familien, war aktiv im katholischen Turnverein Orel (Adler).


            
      die Einweihung zum Diakon             Ing. Kaplan in orel Tracht

1986 übergab Mons. Karel Fořt den "Staffelstab" des Delegats
der tschechischen Seelsorge in Deutschland an P. Pavel Kučera,
der in Nürnberg-Zirndorf tätig war.


  
P. Kučera bei der Audience von Johanes Paul II.      P. Pavel Kučera

1986 übernahm die Seelsorge in München P. Karel Janoušek, der
allerdings nach wenigen Jahren zum Vizerektor im tschechischen
Priesterseminar in Rom – Nepomucenum – ernannt wurde. Zu seinem
Nachfolger wurde 1991 ThDr. Jan Bárta.


                               
        P. Janoušek                 P. Bárta                   P. Kopic

1995 wurde zum kommissalen Verwalter (= in Teilzeit) der Münchner
Gemeinde P. Jiří Kopic SDB. Opferwillig fuhr er bis 2000 regelmäßig
aus St. Martin in Südtirol nach München.


Mit dem Ende der Sendungen von Radio Free Europe im Jahre 1995
beendete nach 35 Jahren seine langjährige Tätigkeit im Radio auch
Mons. Karel Fořt.


                
                                P. Karel Fořt im Studio

Ende 1999 übernahm die Seelsorge in München P. Bohuslav Švehla.
Er kam aus der Diözese Budweis (war vor seiner Ankunft in München
Pfarrer in der südböhmischen Stadt Vodňany) und wurde von der
Tschechischen Bischofskonferenz zur Seelsorge für Tschechen

in Deutschland gesandt. 2006 wurde er zum Sprecher der
Tschechischsprachigen katholischen Seelsorge in Deutschland.


                  
            P. Švehla               das Gemeinsame Photo in der Kirche

Nach fast 30 Jahren wurde der Gemeindesaal Velehrad im August
2009 aus der Kreuzstr. 16 in neu renovierte Räume im „Haus der
Missionen“ in der Dachauerstr. 23 verlegt.

Am 28. 10. 2012 empfing Msgre. Karel Fořt aus den Händen vom
tschechischen Präsident Václav Klaus den T. G. Masaryk-Orden
für Lebenswerk.


                 
              
Msgre. K. Fořt und P. Švehla auf dem Prager Burg


Im Jahre 2013 besuchte die Landsleute in München der Bischof
Mons. Václav Malý
.



             Společené foto s Otcem biskupem Mons. Václavem Malým


Im Januar 2014 starb Msgre. Karel Fořt. Er wurde auf dem Friedhof
Prácheň bei Horažďovic beigesetzt.



Die Tschechische katholische Seelsorge in München erfüllt auch
heuteihre geistig-gesellschaftliche Funktion. Sie arbeitet mit anderen
Gemeinschaften und Gemeinden eng zusammen, wie etwa mit
der Slowakischen katholischen Mission, dem Konsulat der
Tschechischen Republik, Tschechischen Zentrum in München,
Turnverein Sokol (Falke) oder der Tschechischen „Schule ohne
Grenzen“ u.a. Organisationen.







 
 


NEWS:



20.9. středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu

 v 18 hodin

24.9. Svatováclavská
 pouť

 slavnostní bohoslužba
 v kostele St. Stephan
 v 9:45 hod.,
 pohoštění na Velehradě

24.9. Gottesdienst
 der Nationen

 Frauenkirche
 v 17.30 hodin

27.9. středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu

 v 18 hodin

4.10. nebude
 středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu

8.10. mše svatá
 v kostele
 St. Stephan
 v 9:45 hod.

11.10. středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu


14.10. Frankfurt

Kostel Herz Jezu

Mathildenstr. 30

16:00 hod.

15.10. Stuttgart
Kostel St. Clemens
Lortzingstr. 21
14:30 hod.

18.10. středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu

 v 18 hodin

22.10. mše svatá
 v kostele
 St. Stephan
 v 9:45 hod.

22.10. Norimberk - Fürth
Kostel Christkönig
Friedrich-Ebert-Straße 5
v 15 hod.

25.10. středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu

 v 18 hodin

1.11. nebude
 středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu

8.11. nebude
 středeční
 bohoslužba
 v sále Velehradu

12.11. Svatá
 Anežka Česká

 mše svatá
 v kostele
 St. Stephan
 v 9:45 hod.



 
 
Misie Nemecko